Workshops zum Thema

"War mein Opa Nazi?"

Im Zusammenhang mit der Ausstellung „War mein Opa Nazi?“ wurden drei Workshops zu diesem Themengebiet entworfen. Es geht darum, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und damit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir beim Rückblick auf die Vergangenheit aus unserer gegenwärtigen Situation heraus die Möglichkeit haben, anders zu handeln, als die Menschen damals.


Workshop 1: FCKNZS, aber was wäre wenn mein Opa Nazi gewesen ist?
Allerorten sieht man Aufkleber oder Sprühparolen an Häuserwänden, öffentlichen Toiletten: FCKNZS (Abkürzung für „Fuck Nazis“). Damit wird die Ablehnung gegenüber einer wieder auflebenden politischen Tendenz ausgedrückt. Aber was, wenn einer meiner Vorfahren Nazi war oder einer meiner Verwandten sich heute in diese Richtung bewegt. In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, was es für Auswirkungen auf unser Leben hätte, wenn wir in unserer eigenen Geschichte auf unvorhergesehene Entdeckungen treffen.

 

Workshop 2: Auf den Spuren russischer Kriegsgefangener
Kriegsgefangene aller Nationen wurden im Zweiten Weltkrieg unter Zwang zu Arbeitsdiensten herangezogen, haben für das Nationalsozialistische Deutschland gearbeitet. Ihre Verwandten wussten oft nicht, wo sie geblieben waren, ob sie noch lebten. In diesem Workshop wird anhand einzelner Schicksale das Leben der Zwangsarbeiter beleuchtet.

Der Flandernbunker wurde, wie viele andere Bunker, unter Mithilfe von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern gebaut, die meist aus Osteuropa kamen. Inzwischen sind in der Gedenkstätte Lager Sandbostel Personalkarten dieser Menschen aufgetaucht. In diesem Workshop wollen wir uns mit den Schicksalen dieser Personen beschäftigen und erforschen, was mit ihnen geschehen ist.


Workshop 3 „Ich bin ja kein Nazi aber…“ – Wie gehe ich mit rechtsradikalen Tendenzen in meiner Umgebung um?
Gestern war der Mitschüler/die Mitschülerin noch ganz normal und heute hörst Du - wie selbstverständlich - von Ihr/ihm Sprüche gegen Juden, Ausländer und andere Gruppen. Trotz umfassender Aufklärung über Jahrzehnte hinweg, werden ausländerfeindliche Parolen und Judenhass wieder gesellschaftsfähig.

Oft kommen diese Sprüche unerwartet. Dir fallen spontan nicht die richtigen Worte ein und Du fühlst Dich machtlos. Wie kann man dem aber begegnen, welche Argumente kann man vorbringen, wie überzeugen, dass wir so auf eine Wiederholung der schrecklichen Geschehnisse vor und während des zweiten Weltkrieges zusteuern? In Zusammenarbeit mit dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel finden wir Wege zu einem friedlichen Zusammenleben. Wir entwickeln gemeinsam Handlungs- und Argumentationsstrategien gegen rechte Sprüche in alltäglichen Situationen. Außerdem werden wir uns mit menschenverachtenden und diskriminierenden Einstellungen in der sogenannten ‚Mitte der Gesellschaft‘ befassen.

Buchungen für die Workshops unter info@kriegszeugen.de oder Tel. 0431 - 260 630 9

Die Workshops sind kostenfrei und dauern je nach individuellen Möglichkeiten 2 bis 4 Stunden. 

Nach Absprache können Fahrtkosten erstattet werden.

Informationen und Anmeldungen beim Verein Mahnmal Kilian, Kiellinie 249, 24106 Kiel. Telefon: 0431 - 260 630 9 (Mo-Fr  11-15 Uhr, So 11-17 Uhr), e-Mail: info@Kriegszeugen.de, www.mahnmalkilian.de