Wann Krieg beginnt

Vortrag von Dr. med. Mechthild Klingenburg-Vogel

Dienstag, 10. September 2019, 19.00 Uhr

80 Jahre nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschen Reichs gegen Polen wirft Dr. med. Mechthild Klingenburg-Vogel in ihrem Vortrag “Wann Krieg beginnt” einen Blick auf die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft vor dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg und zieht Parallelen zur aktuellen Situation. So weist sie etwa auf die Rolle der Medien hin, die gruppengebundenes Verhalten prägen können und zitiert etwa Karl Kraus: "Invalide waren wir durch die Rotationsmaschinen, ehe es Opfer durch Kanonen gab!“. 

Als praktizierende Psychoanalytikerin liefert Klingenburg-Vogel Erklärungsmodelle, die auch auf das Erstarken rechtsradikaler Gruppen ein Licht werfen können: "Die Sehnsucht nach Übereinstimmung mit den Mächtigen, die im Unbewussten die Elternposition einnehmen, entspricht letztlich dem Bedürfnis nach Abhängigkeit und Geliebtwerden. Eigen-Ständigkeit kann deshalb schuldhaft als „böse“ erlebt werden. Kritisches, differenzierendes Denken bedeutet, psychische Arbeit gegen den regressiven Sog des Mainstreams durch eine unabhängige Position auf sich zu nehmen." 

Für Klingenburg-Vogel beginnt "Vorkrieg" aber auch weit außerhalb unserer "bürgerlichen" Welt, insbesondere durch die kriegsähnlichen Zustände in den ärmsten Ländern der Welt hin, die sich irgendwann gegen die Armut wehren müssen und damit auch gegen ihre Ausbeuter, sich also gewissermaßen schon in einem „Vorkrieg“ befinden. Die weitere zentrale damit einhergehende Frage ist, wie Frieden in einer solchen Situation entstehen kann. Im an den Vortrag anschließenden Gespräch werden mögliche Lösungen beleuchtet, die auch unsere aktuelle Situation in Europa zum Thema haben werden. 

Eintritt frei - Spenden erbeten

 

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